Gedanken


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Im Park oben am Schlosberg

 

Am Morgen schweigend unter herbstgeleerten Bäumen, trotz Nebelschwaden, wandelnd auf gelben Blättern, goldenen Münzen gleich.

Tief einatmen die kühle frische Luft, die die Entspannung birgt. Lauschend dem Blätterfall und Regentropfen.

Es schmerzt das Ohr ein harter Knall, grad wie ein Schuß aus Jägers Flinte, und noch einer und noch einmal.

Da wühlt ein Weh ganz Innen, ein Schrei vom Herzen der Natur. Verletztes wildes Tier? Geht fort ihr traurigen Gedanken!

Oh Engel der Natur, so stellet doch den Frieden bitte wieder her!

 

Der Weg geht weiter, wie wunderschön: friedliche Schafe auf satter Wiese, von dunklen Bäumen still umrahmt.

Die Seele atmet auf, welch schöne heile Welt!

Doch grad wie im Computer sich die Fenster ineinander schieben, so schiebt sich ein, das blut´ge Schächtermesser frevelhaft und auch

noch Bilder aus dem Schlachthof. Oh Gott! Warum ist denn das Böse noch so nah? Hinweg mit diesen Bildern.

Und wieder weiter lockt der Weg.

 

Ein Standbild aus gegoss´nem Erz, gar ehern, stark, voll Anmut, ein edler Hirsch mit malerisch Geweih.

Das Herz, es jauchzt ganz Freude, denn Liebe sind die Tiere – und ach – noch einmal kracht ein Schuß!

 „Hubertus“ ruft´s, „Hubertus, warum willst du mich töten?“ Der Herr sprach so, Hubertus kehrte um, wann tun es die anderen Jäger

diesem gleich? Ein Seufzer tief aus Herzensgrund.

 

Die Amsel raschelt dort im bunten Laube, Wind schüttelt Nebeltropfen prasselnd von den Bäumen. Dort ganz rechts die Schar von lust´gen

Pilzen die man selten sieht. Schlank aufrecht und so spitz der Hut auf schmalem starken Stengel. Ein Wunderwerk aus allerfeinsten Spitzen. Die Farben voll Eleganz und schön. Würziger Duft steigt auf aus feuchter Erde.

 Auf einem Hügel zwischen feuerroten Rosen das Auferstehungskreuz des Christus. Gedanken ziehen hin zu Ihm.

 Er tröstet die Gedanken, heilt die Auflehnung gegen Jäger und auch Schlächter.

 Er sagte es schon damals: „..... denn sie wissen nicht, was sie tun.“

 Ein kurzes Innehalten, den Blick im großen bunten Blätterwerk der Bäume.

 

Dann schieben sich die grauenvollen Bilder wieder ein.

 „Sie wissen nicht was sie tun?“ Sind ihre Herzen denn so dumpf, dass sie das Leben nicht vernehmen, das in jedem Wesen atmet? Wie können Menschen unter Tieren so viel Leid verbreiten? Wissen sie wirklich nicht, was sie tun? Wenn es nun wahr ist, dass sie´s nicht wissen, dann muss man´s ihnen sagen! Wer hat den Mut dazu?

 

Das Herz schlägt schneller – ein klarer Gedanke tönet laut: „Es trägt der Wissende Verantwortung!“ Das war ein mahnend Ruf.

 Schreitend mit bewegtem Herzen über gelben Blättern goldenen Münzen gleich.

 Ein Blick zurück, im Nebel steht ein schönes Schaf aus Liebe und voll Frieden und in der Kiefer oben ein kleiner Vogel singt.

 

Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de

 


Lebensblätter

 

Ich suche nach dem Sinn, nach meinem Weg im Leben. So gehe ich die grauen Stufen hinauf im Park. Die farb´gen Herbstblätter verteilen sich im klaren Muster der Steine und sprechen mir vom Leben, das sie waren und noch sind.

Sie sprechen zu mir! Geboren wurden sie vom Ahorn, der hier schon steht so viele Jahre lang.

 

Jahr um Jahr wuchsen dann die vielen Zweige und große starke Äste. Der Stamm wurd´ dick und groß, gar mächtig. Jedes Jahr gebiert er neue Zweiglein und hunderte von Blättern.

Ich fragte die farbenprächt´gen Blätter, ob sie die Gleichen sind, wie die vom letzten Jahr. Sie lächeln still, ein bißchen scheint es mir verschmitzt.  Ich solle doch mal ganz genau auf die schönen Zweige am Baume schaun.

Oh, ich erblicke, dass da im Herbst jetzt schon der Baum über und über gespickt ist mit hunderten von Blätterknospen prall gefüllt.

„Ja“ sag ich, „seid ihr nun die Gleichen, hier bunt gefärbt im Jetzt vor meinen Füßen und dann in Wiederkehr des neuen Jahres erneut entfaltet aus den jetz´gen Blätterknospen?“

Sie lächeln wieder und sie vermitteln mir, dass auch die Menschen – so sie wollen oder können – nach einem Leben erneut auf Erden hier erscheinen.

Ich frage weiter: „Woher wißt ihr das Alles: vom Baum, vom Menschen und vom All?“

 

Sie gähnen schon, doch sprechen sie noch freundlich: „Wir sind geboren doch vom Baum und sind somit dann auch eins mit ihm, wie könnten wir sonst von ihm leben? Darum wissen wir, wie´s Keimen geht und Wachsen. Du selbst als Mensch bist auch geboren und ein Teil am Baum des Lebens – ein Blatt.“

 

Ich werde still und sinne nach.

Wie kann ich es selber aber in Erfahrung bringen? Ich wende mich dem Baume zu. Der steht ganz still und läßt den Wind durch seine Zweige zieh´n.

Da vernehme ich, dass in der Stille in mir selbst, wenn ich mich dort hinein begebe, ich alles finde, was ich wissen will!

Wer gab mir diesen Rat – wer sagt mir solches?

Ist es der Baum, der Wind oder gar das Leben selbst?

Eveline KLose  heilen-in-eisingen.de