Wahre Erlebnisse


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Katze am Teich

 

Ich wohnte in Waldbrunn direkt an einem kleinen Gartenteich, der auch Goldfische beherbergte. 

In einem Frühling fing es an, dass Dasy meine dicke graue Katze, sich an einen bestimmten Platz an den Teich setzte und in das Wasser schaute.Wollte sie wohl Fische fangen?

Am nächsten Tag um die gleiche Uhrzeit setzte sie sich wieder genau dorthin und sah in das Wasser.

Nun erkannte ich, dass eine kleine Schar Goldfische genau an dieser Stelle im Teich waren und zu der Katze hin sahen. Das war ungewöhnlich. So sah man es nun täglich, dass immer um 815 Uhr, die Katze und die Goldfische sich anschauten.

Einmal war die Katze zuerst da und wartete, ein andermal waren die Goldfische zuerst da und warteten.

Man konnte meinen, dass diese Katze und diese Fische sich mögen und einen gemeinsamen Termin hatten.

Es heißt ja, dass alle Tiere sich miteinander unterhalten können in einer stillen Sprache. Manche Menschen sagen, dass sie diese Sprache auch verstehen können.

Was Goldfische und Katze sich wohl so jeden Morgen erzählt haben?

 

 Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de

 



Mauersegler

 

Als ich von meiner Arbeitsstelle heimkam, flatterte ein kleiner Vogel aufgeregt in den Bodendeckerpflanzen und wollte wegfliegen.

Ach, es war ein junger Mauersegler, der wohl aus dem Nest oben am Dachgiebel gefallen war.

Hätte ich nicht einige Wochen vorher in einer Zeitung gelesen, dass die Mauersegler nicht vom Boden her starten können, wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, das Vögelchen auf eine Anhöhe zu tragen und in die Luft zu werfen. Es flog sofort davon und rief nach seinen Eltern.

Einige Tage später stand ich wieder auf diesem Platz und sah von ferne einen Schwarm mit ca. 50 Vögeln. Als ich dachte, ob das wohl Mauersegler seien, kam der ganze Schwarm und kreiste eine Zeit über mir.

Ich zweifelte, ob es nicht doch auch Schwalben sein könnten. Da kam diese große Schar wieder und flog sehr tief, fast in der Höhe meines Kopfes. Ich konnte sie genau angucken und ihr „Sri Sri“ hören.

Das war eine mächtige Dynamik, die mich da umgab.

Einige Monate weiter an einem heißen schwülen Sommertag, ging ich im Dorf spazieren. Da segelten einige Mauersegler zwischen den Häusern, um Insekten zu fangen. Sie sausten hin und her und eh ich mich versah, war ich eingekreist von diesen schwarzen Dauerfliegern. Ganz nah, hautnah, schossen sie an mir vorbei. Ich war völlig in den großen Schwarm mit hineingenommen.

Lustig war es und auch ein bisschen anrührend.

 

 Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de


 

Geduldig sein

 

Die Früchte zeigen sich oft erst,

 wenn Blüten und Blätter vergangen sind

 und der Winter nahe ist.

 Eveline Klose heilen-in-eisingen.de

 

Häuschenschnecken

 

Es macht Spaß am warmen Sommermorgen mit dem Rad am Waldrand entlang zu fahren.

Da saßen aber auf dem Radweg zwei wunderschöne Schnecken.

Bald kommen noch viele Radfahrer.

Vielleicht sehen sie die Schnecken nicht und fahren darüber.

So heißt es nun anhalten, absteigen und die Schnecken in das Gras setzen.

Damit sie sich nicht erschrecken sagt man es ihnen, auch ein bischen mahnend wegen ihrer Unvorsichtigkeit.

Da ist es nun, dass ein kleines Licht aus den Schnecken spricht, ganz zart und leicht: „Wir sitzen hier, damit du dich über uns freuen kannst.“

Verwunderung und Erstaunen entstehen.

Dass man mit Katzen und Hunden reden kann, weiß man ja schon.

Aber mit Schnecken? Sie waren wirklich hübsch die zwei.

Es ist grad, als würde ein feines Lächeln von ihnen ausgehen.

Sie gingen ein großes Risiko ein, nur um uns zu erfreuen.

Still und heiter fuhren wir weiter.

 Eveline Klose   heilen-in-eisingen.de

 

 

 



 

Dicke graue Katze

 

Dicke graue Katze, hast meine Decke dir erkoren zum kuscheligen Nachmittagsschläfchen. Im Schrank unter dem Schreibfach eine schummrige Ecke. Eingerolltes Schnurrewesen, gemütlich döst du dort im Dunkeln. Dein Summen und Brummen schwingt sich meine Beine entlang in den Bauch, in mein Herz und meine Hände. Es malt sich wohlig heraus mit spitzem Stift aufs Zeichenpapier.

 

Dicke graue Katze, welch Freude mir deine Freude ist.

Aus dem Tierheim holte ich dich, ganz traurig warst du und verschnupft. Doch zu Hause tautest du auf, bis du begriffst, dass da auch noch Pussi wohnt. Ihr wart Beide nicht begeistert.

 

Dicke graue Katze, doch du hältst die anderen Katzen fern, die so gerne Pussi ärgern. Und Pussi, die zarte flinke Mäusefängerin, bringt ihre Beute mit, die du dann genüßlich vertilgst. Ihr habt Euch arrangiert.

 

Dicke graue Katze, welch ein Vergnügen du hast, wenn ich dich herumtrage. Ganz entspannt liegst du auf meinen Armen und schaust mit halbgeschlossenen Augen der rhythmischen Bewegung meiner Füße zu. Ganz leise vibriert dein Körper. Mit deiner Gemütlichkeit und Wärme ergänzt du mein Leben für eine geraume Zeit.   Hab Dank dafür, dicke graue Katze.

 

Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de

 

Eichhörnchen

 

Es war Winter. Im Wald wurden viele Bäume gefällt. Auch der Baum, in dem das Eichhörnchen wohnte. Es war eine Eichhörnchenfrau die Kinder bekommen sollte.

Aufgeregt lief die Eichhörnchenfrau fort und suchte in der Siedlung einen Platz. Sie mußte doch ein neues Nest für ihre Kinder bauen.

 

Eichhörnchen essen auch gerne Vogelfutter und Nüsse.

Im Winter habe ich immer Vögel gefüttert und Apfelstücke für die Amseln hingelegt.

Eines Tages war ein großes Apfelstück in eine Astgabel eingeklemmt.  

Ich dachte: „Na, das kann doch die Amsel nicht gewesen sein!“ Und so legte ich große Walnüsse aus. Tatsächlich waren die Nüsse am nächsten Tag fort.

 

Später turnte das Eichhörnchen in einer großen Tanne herum. Da hab ich mich sehr gefreut. Aber wo hatte es sein Nest gebaut?

Nach zwei Wochen hörte ich an der Hauswand oben ein Kratzen und Scharren. Huch! Da kletterten drei kleine Eichhörnchenkinder ganz oben unter dem Dach an der Wand entlang.

 

Später spielten sie auf meiner Terrasse in den Pflanzen.

Nun war ich aber sehr vorsichtig, damit ich sie nicht verscheuche, denn sie waren so zart und so lieb.

Als sie größer wurden, sind sie fortgegangen um sich selber irgendwo ein eigenes Nest zu bauen.

 

Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de

 


 

 

Trost aus der Natur

 

 

Die große Tanne

 

streicht liebevoll meine müde Stirn

 

und helle Apfelblüten atmen mir Reinheit zu.

 

 

Eveline Klose   heilen-in-eisingen.de

 



 Im Herzen erkannt:

 

 

„Die wahre Sprache ist wörterlos.“

 

Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de


 

Geschenke

 

 Sonntag, eine bewegende Andacht.

 Ich will es noch schwingen lassen

 und begebe mich auf den Weg zum Wald.

 Wohlig kitzelt die Sonne meine Ohren.

 Wie von selber entspringt ein Lied meiner Brust, es ist Freude.

 Ich komme an einen Bach.

 Leises Plätschern und Glucksen.

 Warmer Sommerwind raschelt in den Bäumen.

 Die Gräser schwingen, stehen still, tanzen wieder.

 Ein mächtiger Pfefferminzbusch.

 Welch ein Wunderwerk aus starken Zweigen,

 dem Duft der kleinen Blätter und

dem kräftigen Violett seiner Blüten.

 So viele Falter, Hummeln und Bienen!

 Das ist die zweite Andacht heute.

 Wie herrlich bunt und vielfältig die zarten Zeichnungen

 auf all den feinen Flügeln.

 Und da: köstliche Brombeeren zu meinen Füßen.

 Die Sonne wärmt, die Wiese duftet.

 Zeit zum Essen, ich will umkehren,

 doch etwas in mir drängt mich:

 „Nur noch ein paar Schritte weiter!“

 Hier sind große imposante Bäume, die mit ihren kräftigen Wurzeln begierig die Säfte aus dem Boden saugen.

Stärke und doch Anmut und Zartheit

in den feinen Adern der Blätter.

 

Freudiger Schreck!

Ein Reh äst gemütlich, nur ein paar Schritte entfernt.

Schönheit, Anmut und Wohlsein strahlt es aus.

Es lauscht und wittert und äst weiter.

Ich darf bleiben und staunen und lieben.

Ganz lange sättige ich meine Seele an der Fülle des Lebens

und an der Liebe, die um mich ist und in mir schwingt.

Danke Vater, für diesen reichen Tag!

Ganz leise gehe ich rückwärts und schleiche davon.

Das Reh äst weiter, ich habe diese heilige Stille nicht gestört.

Und hier? Himmelblaue Glockenblumen strahlen zwischen feinem Gras.

Fast höre ich ein feines Läuten.

Gelbe Blütensternchen wippen im Wind.

 

Oh Fülle! Beinah zerspringt mein Herz.

 

 Eveline Klose   heilen-in-eisingen.de

 

Täubchen

 

In diesem Frühjahr, in der Nähe meiner Wohnung, fand ich eine junge Taube. Sie saß auf der Straße und drückte sich an eine Mauer. Man konnte sie von dem grauen Untergrund kaum unterscheiden. Die Straße war befahren und es war auch kein Elternvogel in Sicht.

So nahm ich sie mit nach Hause um telefonisch Rat und Hilfe zu bekommen, leider vergebens.

Es eilte, denn ich musste fort und käme erst am Abend wieder. Ratlos rief ich die Naturgeister und Engel zu Hilfe.

 

Noch einmal ging ich die Strecke ab und wurde zu einem hohen kahlen Baum geführt, auf dem jetzt zwei große Tauben saßen. Ich fragte den Grundstücksbesitzer, ob er von einem Taubennest wüsste. Dieser war jedoch an den Tieren nicht interessiert, erlaubte mir aber, das Vögelchen von außen durch die Büsche unter den Baum zu setzen, doch es seien oft fremde Katzen im Garten.

Ich nahm einen kleinen Weidenkorb, setzte den Jungvogel hinein und schob ihn zwischen die Zweige eines Baumes. Als ich am Abend wieder vorbei kam, saß eine Elterntaube auf dem Rand des Korbes und sah hinein, und das andere Elternteil saß ganz oben im hohen Baum.

Ach, da habe ich mich sehr gefreut.

 

Einige Tage später nach einem Sturm, fand das Täubchen im Garten eines anderen Nachbarn Schutz. Wieder ein paar Tage später flog eine kleine Taube noch etwas flatterig an meinem Fenster vorbei.

Eveline Klose  www.heilen-in-eisingen.de

 



Erinnerungen an Früher

 

Ein warmes Badezimmer gab es bei uns nicht, denn da war nur ein Kabuff, so ein Zimmer unter der Dachschräge, wo die Großen ihren Kopf immer einziehen mussten. Oh ja, kalt war´s. Nur ein großes Waschbecken mit kaltem Wasser war vorhanden und der Kühlschrank stand drin und ein kleines Regal mit allerlei Dingen.

Im einzigen Zimmer mit Heizmöglichkeit war der Ofen auf dem gekocht wurde und gebacken. Manchmal am Sonntag gab es Marmorkuchen, Gugelhupf war nur für Festlichkeiten vorgesehen.

Auf diesem herrlich großen Ofen wurde auch das Himbeergelee gekocht. Die Beeren holten wir aus dem Wald, dort wo im Vorjahr die Bäume gefällt wurden. Das Pflücken und Vespern draußen hat mir immer gut gefallen.

In dieser Wohnküche stand auch ein Sofa auf dem mein Bruder schlief.  Später kam noch ein Klappbett dazu, als das Kinderbett im Schlafzimmer für mich zu klein wurde.

Gebadet wurde immer, wenn Waschtag war. An so einem Tag sind wir Kinder lieber draußen geblieben und haben die Mutter in Ruhe gelassen. Sie hatte mit dem Waschen eine große Plage, weil es ja keine Maschinen gab. Da wurde die Wäsche in einen Bottich geworfen, auf dem oben ein Drehkreuz war. Wenn man den Schwengel hin und her bewegte, schwang das Drehkreuz mit seinen langen Hölzern die Wäsche hin und her. Das war sehr anstrengend. Unter dem Bottich war ein Feuerloch, so konnte die Wäsche kochen und gleichzeitig gewaschen werden. Wenn die Wäsche fertig war, wurde die große Zinkwanne im Keller aufgestellt und im Bottich noch einmal Badewasser heiß gemacht. Als ich noch kleiner war, habe ich direkt im Waschbottich gebadet.

Dienstmädchen, Tanztee, lange Röcke, Stiefelputzer, Gamaschen, all das kannte ich nur aus dem Kino. Wir gingen öfter dort hin, denn Fernseher hatten nur wenige Leute. Neben dem Kino war eine Gaststätte. Da bekam ich Fanta und eine Handvoll gebrannter Mandeln aus dem Automaten. Das waren geröstete Mandeln mit so einer dicken roten zuckrigen Masse umhüllt und geschmeckt hat es!  Die Milch-Enne kam immer mit dem Leiterwagen und verkaufte offene Milch aus dem Fass und Käse und Eier. Einmal habe ich einen Krug Milch fallen lassen, weil mein Bruder mich geärgert hatte. Das war sehr schlimm, denn das Geld war knapp und so hatten wir nun keine Milch mehr in dieser Woche.

An einem schwülen Sommertag blickte ich in die Wolken. Dort wo eine Lücke zwischen den Wolken war, sah man ein Stückchen blauen Himmel. Genau dort, sah ich einen Blitz herausfahren und dann kam sofort der Donner. Stunden später fuhr ein Pferdewagen vorbei auf dem ein toter Mann lag, eine Seite war schwarz. Der Blitz hatte ihn erwischt, es war der einzige Blitz an diesem Tag. Der Mann war mit der Sense auf dem Feld um Heu zu machen. Später war die Beerdigung, da setzten die Männer ihre Zylinder auf.

Zu meiner Konfirmation kamen viele Leute. Über Tante Friedchen habe ich mich am meisten gefreut. Mein Vater gab dann Geschichten aus seinem Leben zum Besten.    Zum Beispiel die Kartoffelernte. Wenn die Kartoffelernte vorbei war, durften die armen Leute zum Nachlesen auf die Felder, um sich die übersehenen und liegen gebliebenen Kartoffeln zu sammeln. Nun, mein Vater hatte uns ja zu ernähren und es war Not. So erfand er vor der Ernte auch noch die Vor-Lese.

In der Schule gab es auch Handarbeiten. Oh, diese Lehrerin war sehr genau und streng. Sie hat mir öfter eine schlechte Zukunftsprognose gestellt. In späteren Jahren, als ich meine Kleider selber schneiderte, Häkelgardinen entwarf und noch andere Dinge schuf, habe ich oft an sie gedacht und dass sie das jetzt sehen müsste.

Nachmittags, wenn keine Schulaufgaben zu machen waren, habe ich meine Rollschuhe untergebunden und fuhr mit den anderen Kindern die Straße hinunter. Das war ein lautes Rasseln mit den Eisenrollen. Öfter schlich ich alleine durch die Gärten zur Bundesstraße. Hei, wie das sauste! Schön abschüssig war es hier und Niemand ärgerte mich. Nur einmal hielt ein Autofahrer an und schimpfte. Das sei viel zu gefährlich. Ob meine Eltern wüssten, wo ich sei? Er bestand darauf, dass ich die Rollschuhe auszog und sagte, er würde meinen Eltern Bescheid sagen. Pah, die kannte er doch gar nicht! Als er weg war, zog ich die Rollschuhe wieder an.

Eine richtige Gartenlaube hatten wir nicht, denn dort, wo Platz gewesen wäre, stand unsere große Schaukel. Die hatte mein Vater selber gebaut aus Abfallrohren von seinem Arbeitsplatz. Ein stabiles Ding war das, denn mein Vater war Schlosser.   Einmal hatte ich die Idee, bäuchlings auf dem Schaukelbrett zu liegen und die Hände loszulassen: fliegen wie die Engel. Nun, ich bin geflogen, beinahe in den Tod, denn durch den Aufprall auf Lunge und Kinn wurde ich bewusstlos und es setzte die Atmung aus. Mein Bruder hatte bei den Pfadfindern Wiederbelebung gelernt. Er griff sofort ein und beatmete mich, bis mein Vater mich holte. 

Aber eine Gartenlaube brauchten wir auch nicht, denn vom großen Apfelbaum links und vom Pflaumenbaum rechts wuchsen die Baumkronen zusammen. Eine große Decke auf die Wiese gelegt und schön war´s! Später gab es dann auch Liegestühle aus einem Holzgestell und mit Segeltuchbespannung.     Am Rande der Wiese, am kleinen Hang, wuchsen auch viele Vergissmeinnicht. Diese herrlich blaue Farbe und die niedlichen Blütchen, ach ich liebe sie immer noch. Den Namen finde ich sehr bedeutungsvoll.   Nein, vergessen habe ich die Geschehnisse und die Menschen nicht, aber manchmal braucht man einen Anstoß um sich daran zu erinnern.

Eveline Klose   heilen-in-eisingen.de



Wundersames Kräuterheil

 

Es war warmes Hochdruckwetter und schwül. Bei dieser Wetterlage bekam ich häufig sehr starkes Kopfweh. Jeder Lichtstrahl und jede Bewegung verursachten starke Schmerzen, so dass ich kaum denken konnte.

Ich verdunkelte das Zimmer, gab alle Tagespläne auf, legte mich hin mit der Bereitschaft das Übel anzunehmen und schloss die Augen.

 

Da trat eine Pflanze in mein Bewusstsein und kam näher. Es war, als schaute sie mich an, ganz nah und innig.  Nach einer Weile verschwand das Bild. Verwundert stand ich auf: der schlimme Schmerz war verschwunden! Seit dem hatte ich nie wieder diese starken Kopfschmerzen.

„Was war das für eine Pflanze?“ fragte ich mich. Irgendwo war ich ihr schon einmal begegnet.

Drei Jahre zuvor hatte ich einen Schrebergarten. Als ich ihn übernahm und anlegen wollte, stand in der Nähe des Brunnens jene Pflanze – ein Wildkraut. Ich plante dort aber bestimmte Gartenpflanzen zu setzen und wollte es entfernen. Irgendwie bat es mich, stehenbleiben zu dürfen. Ich erklärte ihm, dass ich an anderen Stellen im Garten große Flächen für seine Art reserviert hatte, doch es bat weiter.

So ließ ich das Pflänzchen stehen.

Es bekam Wasser, wenn die Gartenpflanzen Wasser bekamen und auch etwas Naturdünger. Es gedieh prächtig.

 

Ich glaube, der Pflanzengeist half mir, weil ich das Pflänzchen achtete, stehen ließ und pflegte.  Leider musste ich den Garten bald wieder abgeben. 

 

Eveline Klose  heilen-in-eisingen.de